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Was ist das HPLVD und was kannst du dagegen tun?

Wenn sich deine Cannabispflanzen nicht wie gewünscht entwickeln, beispielsweise kleinere Internodien, Blätter und Buds aufweisen, weniger Trichome bilden und der Cannabinoidgehalt stark abnimmt, könnte der Verursacher das Hopfen-Latentviroid (HP-LVd) sein. Erfahre hier, was das HP-LVd genau ist, wie du das Viroid identifizierst und welche Maßnahmen du ergreifen kannst, um deine Pflanzen zu retten.

Hopfen, Cannabis und HP-LVd

Hauptsächlich tritt das HP-LVd bei Hopfenpflanzen auf und verursacht die Hopfenvergilbung. Aufgrund der engen Verwandtschaft können aber auch Cannabispflanzen betroffen sein. Hopfen und Cannabis gehören zur Familie der Cannabaceae und weisen einige Ähnlichkeiten auf. Beide Pflanzen bilden Cannabinoide, wobei Cannabis mit über 100 unterschiedlichen Cannabinoiden dem Hopfen weit überlegen ist. Hopfen produziert nur geringe Mengen an Cannabinoiden wie Cannabidiol (CBD) oder Cannabigerol (CBG) und praktisch kein THC.

Was ist das HP-LVd?

Das Hopfen-Latentviroid (HP-LVd) ist ein Pflanzenviroid, das aus einem winzigen einzelsträngigen RNA-Molekül besteht und ohne ein leistungsstarkes Mikroskop nicht zu erkennen ist. Ein Viroid besitzt keine Proteinhülle und kann sich nicht eigenständig vermehren. Es nutzt die Enzyme der Wirtszelle, um seine RNA-Kette zu replizieren. HP-LVd bleibt meist „latent“ oder inaktiv und verursacht keine sichtbaren Schäden, kann jedoch durch vegetative Vermehrung und infiziertes Werkzeug verbreitet werden.

Geschichte und Entdeckung des HP-LVd

Das HP-LVd wurde bei Hopfenpflanzen bereits 1987 entdeckt und sorgt seither weltweit für Probleme in der Brauwirtschaft. In den USA und Kanada wurde das Viroid im Jahr 2014 erstmals bei Cannabispflanzen entdeckt, als eine Krankheit namens „Dudding Disease“ auftrat. Im Jahr 2019 konnten Wissenschaftler von Phylos Bioscience nachweisen, dass diese Krankheit durch HP-LVd verursacht wurde. Untersuchungen ergaben, dass etwa 90 Prozent der Cannabisanbaubetriebe in Kalifornien positiv auf HP-LVd getestet wurden, wobei 30 Prozent der Pflanzen Symptome zeigten.

Erkennung des HP-LVd bei Cannabispflanzen

Das Viroid wird hauptsächlich durch den Kontakt mit infiziertem Werkzeug oder Pflanzenmaterial übertragen. HP-LVd ist äußerst stabil und kann auf Oberflächen bis zu fünf Tage und auf trockenen Blättern sogar vier Wochen überleben. Die einzige sichere Möglichkeit, HP-LVd nachzuweisen, ist ein Screening-Test (z. B. PCR-Test), der jedoch teuer und meist nur für kommerzielle Grower zugänglich ist. Symptome können variieren und treten oft erst spät auf.

HP-LVd-Symptome im Anzuchtstadium

Infizierte Klone von Mutterpflanzen zeigen oft eingeschränkte Wurzelentwicklung, was zu kleineren, weniger produktiven Pflanzen führt. Diese sind auch anfälliger für andere Krankheitserreger.

HP-LVd-Symptome in der Wachstumsphase

Infizierte Pflanzen in der Wachstumsphase zeigen Wachstumsstörungen wie brüchige Stiele, kleine schmale Blätter, Blattverfärbungen, reduziertes seitliches Wachstum, kurze Internodien und einen ungewöhnlichen Duft nach kompostierten Blättern.

HP-LVd-Symptome in der Blütephase

Während der Blütephase treten die Symptome oft am deutlichsten auf. Die Trichomentwicklung ist geringer, und die Blüten sind kleiner als erwartet. Infizierte Pflanzen können bis zu 50 Prozent weniger Cannabinoide enthalten als gesunde Pflanzen desselben Phänotyps.

Prävention von HP-LVd-Infektionen

Da HP-LVd schwer zu identifizieren ist, sind Vorsichtsmaßnahmen besonders wichtig. Hygiene spielt eine entscheidende Rolle. Reinige deine Hände, Werkzeuge und Arbeitsflächen nach dem Kontakt mit Pflanzen. Entferne auffällig verkümmerte Pflanzen aus dem Anbau und vermeide es, Pflanzen zu züchten oder zu klonen, wenn du vermutest, dass sie infiziert sind. Es wird vermutet, dass Pflanzen von Jamaican Lion resistent gegen HP-LVd sind.

Behandlung von infizierten Cannabispflanzen

Leider gibt es keine wirkliche Behandlungsmethode für infizierte Cannabispflanzen. Sowohl Wärme- als auch Kältetherapien sind unwirksam. Das Viroid bleibt im Pflanzengewebe und kann nicht entfernt oder desinfiziert werden. Vorbeugung und das Entfernen infizierter Pflanzen sind daher entscheidend. Eine alternative Methode, die einige Grower getestet haben, umfasst die Verwendung eines Breitspektrum-Bakterizids/Fungizids wie Zerotol oder OxiDate 2.0.

Alternative Behandlungsmethode

  1. Nutze ein Breitspektrum-Bakterizid/Fungizid im Mischverhältnis 8 ml pro Liter Wasser.
  2. Tauche den frisch geschnittenen Klon zwei bis drei Minuten in die Mischung und lass ihn dann wie gewohnt bewurzeln.
  3. Mische 0,5 ml/Liter Wasser und tauche den Klon, nachdem er Wurzeln geschlagen hat, in die Flüssigkeit.

Es kann nicht garantiert werden, dass diese Maßnahme zum Erfolg führt, aber die Erfolgschancen werden als hoch eingeschätzt.

Fazit

Das Hopfen-Latentviroid (HP-LVd) kann bei Cannabispflanzen die sogenannte Dudding-Krankheit auslösen und die Quantität und Qualität deiner Ernte erheblich verringern. Eindeutige Anzeichen gibt es nicht, und eine wirksame Behandlungsmethode existiert nicht. Vorbeugung ist daher die sicherste Maßnahme. Kaufe Hanfsamen nur bei bekannten und hochwertigen Saatgutbanken und achte auf Hygiene bei der Arbeit mit deinen Pflanzen.

Indem du diese Maßnahmen befolgst, kannst du das Risiko einer HP-LVd-Infektion minimieren und gesunde, produktive Cannabispflanzen anbauen.

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